Allgemein, Oma, erzählst du uns von früher?

Der Teddybär

Meine Mutter erzählte die Geschichte immer so: Die Familie ( Vater, Mutter, mein großer Bruder , 10 Jahre alt und ich, 3 Jahre alt) waren im Urlaub in Kössen in Österreich. Gegen Ende des Urlaubs betraten wir einen Laden mit Andenken. Dort hingen oben links in der Ecke weiße Teddybären, mit einem roten Tuch mit weißen Punkten um den Bauch. Ich wollte unbedingt einen haben, den größeren natürlich. Mama gab nach und kaufte mir den Bären vom letzten Urlaubsgeld.Er besteht aus echtem Lammfell, mit roten Kunstlederpfoten. Früher hatte er noch eine Brummstimme, aber inzwischen ist er verstummt.Sein linkes Ohr hat auch etwas gelitten. Hier sitze ich, mal wieder krank, auf dem ausklappbaren Sofa im Wohnzimmer. Rechts sitzt mein Teddy, den ich auch heute noch besitze, links sitzt der schon sehr abgeliebte Steiffteddy meines großen Bruders. Der hatte meist diese Kleidung an:Mein Teddy hatte da mehr Auswahl:Alles von meiner Mutter selbst genäht.Schlafanzüge durften nicht fehlen.Manchmal war Teddy ein Mädchen…Der Poncho war eines der Meisterstücke von Mama. Aus einem abgelegten Mantel von Papa genäht…Und dieses Clownskostüm! Ich finde es großartig ! Es war die kleine Ausgabe von meinem Kindergartenkostüm. Obwohl Mama mit Fasching so gar nichts anfangen konnte, nähte sie diese Kostüme für mich und Teddy. Teddy hatte keinen eigenen Namen, er hieß immer Teddy und begleitet mich nun schon seit 55 Jahren! Auch durch die Phase, als ich selbst Teddys nähte und sammelte, so um 1995 herum.

Und heute dürfen meine Enkel mit ihm spielen. Er muss aber demnächst mal zum Puppendoktor, damit er sein linkes Ohr nicht ganz verliert!

Allgemein, Oma, erzählst du uns von früher?

Auf dem Weg zum Kindergarten …

…gab es einen kleinen Schreibwarenladen. Ich war vielleicht 4 oder 5 Jahre alt und ging mit meiner Mama häufig an dem Schaufenster dieses Ladens vorbei. Im Fenster stand eine blonde Puppe mit blauen Augen. Sie trug einen blauen Mantel mit schottischkariertem Innenfutter und eine dazu passende Mütze und einen karierten Schal, der an beiden Enden eine rote Bommel hatte. Und sie trug weiße Schuhe.

Ich wollte sie unbedingt haben. Immer wieder bat ich Mama: Krieg ich die? Bitte!!!

Mama sagte irgendwann: Du bekommst sie,wenn du nachts durchschläfst!

Und ich bekam sie! Leider habe ich kein Bild von ihr. Und die Puppe habe ich auch schon lange nicht mehr. Aber ich besitze noch ein paar Kleidungsstücke, die meine Mama für die Puppe genäht hat:

z.B. dieses Dirndl. Dazu nähte Mama eine Bluse und eine Schürze und innen sogar ein passendes Futter:Mama hatte sich das Nähen selbst beigebracht. Sie nähte mit einer alten Singernähmaschine mit Fußnähbetrieb, Und vieles mit der Hand…ich sehe immer noch vor mir, wie sie abends an der Maschine saß und nähte. Oft verwendete sie Stoffe von abgetragenen Kleidungsstücken oder Stoffreste. Ganz besonders schick fand ich diesen Mantel, den sie auch für meine blonde Puppe genäht hatte:und diese Hose:mich interessierten diese Handarbeiten alle sehr und ich lernte häkeln und Stricken von meiner Mutter, noch bevor ich in die Schule kam. diesen Poncho häkelte ich für eine meiner Puppen und dieses Set nähte ich selbst mit der Hand:alle diese Kleidungsstücke besitze ich noch und sie sind noch alle sehr gut erhalten, obwohl sie schon über 50 Jahre alt sind.

Allgemein, Oma, erzählst du uns von früher?

Puppenhaus Teil 2

Als Zubehör hatte ich noch mehrere Püppchen, die wahlweise als Freunde oder Schulkinder eingesetzt wurden. Leider ist die von Hand gesägte Puppenschule aus Sperrholz nicht mehr vorhanden.Am Nürnberger Christkindlesmarkt gab und gibt es auch heute noch einen Stand, an dem Puppenhauszubehör verkauft wird. Jedes Jahr ging mein Papa mit mir dorthin und ich durfte mir immer eine Kleinigkeit aussuchen, zum Beispiel links unten der Behälter für Salzstangen.Auf den Fensterbrettern standen natürlich Blumentöpfe und auch Gardinen wurden jedes Jahr angebracht.Die Lämpchen wurden über eine dicke Batterie angeschlossen und sie leuchteten wirklich in jedem Zimmer.Die oberen Serviettenringe stammen auch vom Christkindlesmarkt, die unteren habe ich selbst aus Fimo gebastelt.

Und nie durften dies beiden Engelchen fehlen. Papa steckte kleine Kerzen rein und wenn die dann angezündet waren vor dem Puppenhaus und auch die Kerzen am Weihnachtsbaum, dann erst wurde das Glöckchen geläutet und wir Kinder durften das festlich geschmückte Wohnzimmer betreten. Es war immer mindestens drei Tage vor Weihnachten abgeschlossen, bis der Baum aufgestellt und geschmückt war, bis alle Geschenke darunter lagen , bis zur Bescherung.

Allgemein, Oma, erzählst du uns von früher?

Als ich klein war…

hatte ich ein Puppenhaus:Ich bekam es zum ersten Mal, als ich drei Jahre alt war. Es wurde immer zu Weihnachten von meinem Vater aufgebaut und ich durfte einige Wochen damit spielen,aber spätestens Ende Februar wurde es wieder weggeräumt. Zuerst hatte ich vier Zimmer , rechts: Wohnzimmer und Küche, links Schlafzimmer und Bad. Später baute mir mein Bruder ein Stockwerk dazu mit Kinderzimmer und Wintergarten.Es muss schon ziemlich alt gewesen sein, als ich es 1963 bekam….das Zubehör wurde immer in die Holzkiste unten rechts verpackt.dazu hatte ich diese vier Biegepüppchen, die unsere Familie darstellten: Vater, Mutter,Angela und Rudolf. Später kamen noch Opa und der kleine Bruder Herbert dazuDie Möbel hatte meine Mama selbst bemalt.ich hatte Möbel für eine Bauernküche und Möbel für eine moderne Küche, so konnte ich immer mal umräumen Die Möbel für das Schlafzimmer hatten meine Eltern auch selbst gebaut, es waren die Modelle für ihre eigene Schlafzimmereinrichtung.Das Badezimmer war ein Mischmasch aus verschiedenen Teilen. Man konnte echtes Wasser in den Boiler füllen und daraus Wasser in die Wanne lassen. Das durfte ich aber selten benutzen, es gab zu leicht Überschwemmungen unterm Dach war schließlich das Kinderzimmer mit Doppelstockbett und Laufstall.oben rechts war wahlweise Wintergarten oder Gästezimmer für Opa .

Allgemein, Oma, erzählst du uns von früher?

Häkeln…Handarbeiten…Früher

als Kind interessierten mich Handarbeiten aller Art. Ich wollte nähen, häkeln, Stricken…alles lernen. Häkeln konnte ich schon ab der 2. Klasse Grundschule. Leider war in unserem Haushalt nur wenig Material dafür vorhanden. Wolle wollte meine Mutter nicht für mich kaufen, dafür war sie zu sparsam. Sie sagte: „schreib doch an Wollhersteller, dass du gerne handarbeitest, ob sie dir Muster oder Reste schicken…“

Das machte ich dann auch. Einige Hersteller reagierten nicht, andere ablehnend. Aber Junghans Wolle sandte mir einen großen Karton mit Resten. Natürlich reichte keines der Knäuel für ein Projekt. Also häkelte ich Puppenkleidung und dann aus sehr kleinen Resten eine Menge Häkelkreise, siehe oben. Ich nähte diese Kreise alle zusammen , es ergab obige Decke, die ich heute noch besitze ( inzwischen ist sie ca 40 Jahre alt). Sie lag auf den Kinderwagen meiner Kinder obenauf und jetzt liegt sie auf dem Stuhl in meinem Nähzimmer und ich freue mich immer noch daran.

Damals ärgerte ich mich über die Sparsamkeit meiner Mutter. Aber es hatte doch was Gutes: Ich machte mich ans Briefeschreiben und erhielt diese wunderbaren Reste. Und meine geliebte bunte Decke!

Allgemein, Enkelliebe, Oma, erzählst du uns von früher?

Enkelbesuch

die beiden Enkel (2 und 4 Jahre alt) werden schon sehnsüchtig erwartet! Vorher wird gebacken:Veganer Schokokuchen, gesunde Müsliriegel, Pflaumenkuchen, Essen wird vorgekocht. Legos gekauft, gewaschen und sortiert…Speiseplan geschrieben und Beschäftigungsideen gesammelt.Badezimmer vorher und nachher…Gästezimmer vorher und nachher…Wohnzimmer vorher und nachher…es wurde fleißig gearbeitet…ausgiebig Lego gebaut…der Flughafen und der Zoo besucht, im Hallenbad und am See geschwommen….mit Muggelsteinen gespielt…Hubschrauber mit Landeplatz gebaut…ein bisschen Wäsche ….wir wurden umgezogen und ins Bett gebracht…und dann war die Woche leider viel zu schnell um. Schade, dass die beiden sooo weit weg wohnen! Hoffentlich kommen sie bald wieder!

Allgemein, meine Kunst, Oma, erzählst du uns von früher?

Wochenende…

Letztes Wochenende hab ich mal wieder gemalt, etwas größere Formate…gedacht sind die Bilder für Praxisräume, in denen Beratungsgespräche stattfinden…da ich die Bilder auf dem Tisch liegend malte ( wegen stark flüssiger Farbe), konnte ich sie nicht so gut mit Abstand betrachten, deshalb steh ich hier auf der Trittleiter, damit ich von oben gucken kann…noch nicht ganz zufrieden….aber jetzt. Mal sehen, ob es dem Besitzer der Praxis so gefällt…

Außerdem am Wochenende: an dieser Zeichnung weitergearbeitet…und auf dem Flohmarkt gewesen! Habe einen Karton mit 9 Kilo Legos für 25Euro erstanden. Hurra, die Enkel kommen bald zu Besuch! Hier haben die Legos erstmal gewaschen und in der Sonne getrocknet…Dann ein bisschen vorsortiert…festgestellt, dass ich mehr Container brauche zum Aufbewahren. Am Montag zu Hornbach gefahren, wo ich erst kürzlich Container für Spielzeug gekauft hatte ( irgendwie muss man die Sachen für die seltenen Enkelbesuche ja lagern)… und verärgert entdeckt, dass es diese Sorte Boxen nicht mehr gibt. Grrr! Also weitergesucht, andere Boxen gekauft, daheim weiter sortiert.und FERTIG !!!

Leseratte und Bücherwurm, Oma, erzählst du uns von früher?

Leseratte und Bücherwurm 7

Besonders interessieren mich natürlich Bücher, die mit Kunst zu tun haben. Ein Kleinod ist dieses hier: Anita Albus ist eine ältere Dame, sie hat Kunst studiert in Essen, lebt zum Teil in München und im Burgund in Frankreich. Sie schreibt sehr tiefgründig, besonders interessant sind für mich die Beschreibungen über Pigmente und deren Verwendung. Sie malt äußerst detailreich und feinsinnig, sehr naturalistisch und mischt sich ihre Farben alle selbst an. Ich würde ihr zu gern mal über die Schulter sehen.

Dann habe ich kürzlich diese beiden Bücher ergattert. Ein wahrer Schatz! Wie dieser Mann zeichnen und malen konnte! Und ich kenne das Häuschen, in dem er auf Reichenau wohnte und die Leute, die aktuell dort wohnen. Das ist natürlich besonders reizvoll, die Zeichnungen im Hinblick darauf anzusehen, zumal ich ja auch alles liebe, was mit dem Bodensee zusammen hängt.In diesem Haus wurde sogar mal ein Tatort gedreht, mit Eva Matthes.Und auf diesem Platz ( gezeichnet vor fast 100 Jahren) saß ich auch schon öfter…Dieses herrliche Skizzenbuch besitze ich schon seit einer Weile und ich schaue es oft und gern an. Wie Hockney mit ein paar Strichen den Charakter einer Landschaft einfangen kann! Vor ein paar Jahren hatte es mal eine große Hockney Ausstellung im Würth Museum in Schwäbisch Hall gegeben, die ich leider verpasst hatte, aber später in Berlin besuchen konnte. Seine riesigen Wandbilder sind so beeindruckend!

Allgemein, Leseratte und Bücherwurm, Oma, erzählst du uns von früher?, Was vom Leben übrig bleibt

Leseratte und Bücherwurm 6

Kürzlich bekam ich dieses Buch geschenkt:Für mich ein großer Lesegenuß! Hilde und Gretl waren zwei Kusinen, die jahrelang in einem Haus zusammenwohnten und anscheinend nichts wegwerfen konnten. Alles wurde gesammelt, teils geordnet, teils sehr wirr. Die Leute, die dann nach dem Tod der Kusinen nach vielen Jahren dieses Haus kauften, hatten erstmal sehr viel zu tun mit dem Sichten der Dinge, die sich nach wie vor unter Spinnweben im Haus befanden. Dies erinnerte mich natürlich sehr stark an die Haushaltsauflösung, die ich letztes Jahr im Haus meiner Mutter durchführte. ( siehe ältere Beiträge hier im Blog) Unglaublich, was Menschen alles horten. Denken sie nie darüber nach, dass mal jemand nach ihnen damit sehr viel Arbeit hat?

Noch beeindruckender ist dieses Buch, das ich mir mal per Fernleihe aus der Bibliothek bestellt hatte. Es ist leider sehr teuer.Ich habe es mit großem Interesse gelesen. Armand hatte sich in seinen mittleren Lebensjahren eine Hütte in einem riesigen Waldgrundstück im Tessin gekauft. Dort lebte er als Einsiedler und beschäftigte sich ausschließlich damit Wissen zu sammeln. Alles notierte er in vielen Büchern und auf kleinen Blechtäfelchen, diese ordnete er nach eigenem System in seinem Wald an, als eine Art von Enzyklopädie. Er hat ungeheuer viel gelesen, geschrieben und auch Collagen angefertigt. Leider hatten seine Erben keinerlei Verständnis für seine Arbeit, die eine Art Kunstwerk war und sie verbrannten nach seinem Tod alles, was sich in der Hütte befand. Ein sehr kleiner Teil konnte gerettet werden und befindet sich heute in einem Museum in Lugano. Ungeheuer beeindruckend, mit welcher Energie Armand Schulthess etwas erschuf, was er nur für sich selbst tat. Er las, um zu ordnen. Damit wurde er natürlich nie fertig, es kamen ja immer neue Themen dazu. Unvorstellbar, was ihn da antrieb, was ihn motivierte, er hatte auch keinen Menschen, mit dem er sich über diese Dinge hätte austauschen können. Sehr faszinierend!!!