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Manchmal braucht man einen langen Atem

Für eine geplante Ausstellung wollte ich ein großformatiges Bild malen. Ich hatte in etwa im Kopf, wie es aussehen sollte, aber schon beim Aufziehen des Papiers gab es Probleme. 1 Meter mal 1 Meter sollte es werden :Dies war der erste Versuch und leider blieb es auch nach dem Grundieren so wellig. Also unbrauchbar.Neues Papier gekauft und nochmal versucht,diesmal hat der „Zauber“ wieder funktioniert: aus einem nassen, welligen Untergrund wurde ein schöner, glatter Malgrund, auch nach dem Grundieren mit weißem Gesso blieb alles glatt.Dann ging es los: Tupfen, wischen, Farbe auftragen, wieder abtupfen…Am Bildschirm bearbeitet, Versuche….so oder so weitermachen?Es wollte einfach nicht so werden, wie gedacht. Ich war nach nun schon mehr als drei Wochen Arbeit nah dran aufzugeben, wollte alles weiß übermalen und neu anfangen. Das große Format war auch echt schwer zu händeln. Einerseits musste ich das Bild im Liegen bearbeiten, damit die Farbe nicht weg lief. Andererseits immer wieder aufstellen, um die Wirkung mit größerem Abstand zu betrachten. Zum Schluss arbeitete ich nur noch auf Knien auf dem Boden.Aber dann, endlich: Jetzt ist es genauso geworden, wie ich wollte:Also nicht aufgeben, weitermachen!

Der Titel des Bildes ist: „Illusionen“.

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Altbekannte Wege in Nürnberg

Kürzlich war ich mal wieder in der alten Heimat, in Nürnberg unterwegs. Ich hatte etwas Zeit und so lief ich zu Fuß vom Hauptbahnhof über den Hauptmarkt zum Rathenauplatz, um dort in die Straßenbahn Richtung Erlenstegen einzusteigen. Hier, links neben der Frauenkirche, in der Ecke wo der Sonnenschirm steht, hatten wir zum ersten Mal einen Stand am Trempelmarkt in Nürnberg. War wohl 1972 oder so.Hier ist meine Mutter grade im Gespräch mit Trudi…Mama war die geborene Verkäuferin. Papa saß irgendwo daneben in einem Campingstuhl und rauchte und las Zeitung. Als Mama selbst mal unterwegs war und ich verkaufen sollte, verkaufte ich die Ritterfiguren meiner Brüder. „Viel zu billig hast du die hergegeben!“ …das bekam ich noch 30 Jahre später von Mama zu hören. Ein Jahr später hatten wir hier einen Verkaufsplatz. Ich hatte mit viel Geduld Kämme bemalt, die von der Kammfabrik von Tante Marie in der Fürtherstraße übrig waren und hatte Fimofiguren gebastelt. Ich dachte, ich könnte dies alles gut verkaufen. War leider nicht so.dann um die Ecke Richtung Laufer Schlagturm. Diesen Weg bin ich sehr oft gegangen, allein oder mit Freundin Doris. Entweder auf dem Weg zur Plakaterie, eine Teestube, oder noch viel öfter zur Meisengeige. Hinten sieht man die Egidienkirche, hier haben Doris und Karl geheiratet.Dieses Gebäude im Hintergrund mit den Bögen oben an der Fassade hat Mama auf einem ihrer Bilder gemalt. Ein Ölbild mit Blattgold, es gewann den dritten Preis bei einem Wettbewerb mit Nürnberger Motiven. Und Mama hat es verkauft.Jetzt sind wir schon fast da, bei der Meisengeige. Diese kleine Galerie gibt es schon, so lange ich denken kann…Vorne links ist sie, die Meisengeige. Vorher noch diese Briefkästen, uralt!Und das ist sie: Die Meisengeige. Kino und Kneipe. Die Gebrüder Weber eröffneten sie einst, es war ihr erstes Kino in Nürnberg. Später kam das Casablanca dazu, ein Kino in Erlangen und dann das riesengroße Cinemaxx! Ins Kino ging ich eigentlich nie. Ein Film, den ich dort zusammen mit Doris sah, war: „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ und „Harold und Maude“. Meist ging ich nur hin, um dort jemanden zu treffen, interessante Leute anzuschauen. Künstler und Studenten trafen sich dort. Mama fand es schrecklich, dass ich dort hinging. Sie legte mir dann abends Zettel mit Bibelsprüchen aufs Kopfkissen, die ich fand, wenn ich nachhause kam. Darauf stand z.B. „Sitz nicht,wo die Spötter sitzen….“ oder ähnliche Hinweise.

Doris und ich fanden es dort aber superklasse. Und wenn wir dort niemanden trafen, zogen wir weiter zum Casablanca am Aufsessplatz. Einmal verpassten wir die letzte U Bahn Richtung Langwasser, nach Hause. Wir überlegten,ob wir den langen Weg heimlaufen sollten. Die Eltern mitten in der Nacht anzurufen, damit sie uns abholten, war undenkbar. Wir waren grade mal 16/17 Jahre alt. Schließlich sprachen wir mitten in der Nacht einen Mann auf der Straße an, der gerade in sein Auto einsteigen wollte. Wir fragten ihn, ob er uns ein Stück Richtung Langwasser fahren könnte. Und hatten dabei natürlich ganz schön Schiß, es hätte ja ein Bösewicht sein können. Er öffnete die hintere Wagentür, und sagte: „Bitte einsteigen! Bitte einsteigen…“ sonst nichts. Wir dachten, dass er betrunken war und hatten noch mehr Schiß, aber was hätten wir tun sollen? Ein Taxi hätten wir uns auch nicht leisten können. Er fuhr uns dann wirklich bis nach Hause, ließ uns brav aussteigen und wir waren heilfroh, und hatten sicher mehr Glück als Verstand gehabt.Mein Weg ging an diesem Tag in Nürnberg noch weiter, am Laufer Schlagturm vorbei. Hier in einem dieser gelblichen Häuser besuchte ich meinen ersten Nähkurs. Mit 14 hatte ich mir von selbstverdientem Geld meine erste Nähmaschine, eine Elna Lotus Sp gekauft. Mama spendierte mir dazu einen Nähkurs. Ich fuhr dorthin mit der Straßenbahn und wollte mir einen vorne durchgeknöpften Jeansrock nähen, wie sie damals modern waren. Mama kaufte mir aber nur einen Fakejeansstoff, weil der billiger war. Ich nähte den Rock, zog ihn aber kaum an. Aber nähen hab ich immerhin gelernt. So, jetzt bin ich am Rathenauplatz angekommen. Hier steige ich in die Straßenbahn Linie 8, die hier rechts abbiegt, Richtung Erlenstegen. Unterwegs fährt sie vorbei an der Freien evangelischen Gemeinde in der Krellerstraße, wo ich zwei Jahre lang den biblischen Unterricht besuchen musste. Der Weg von Langwasser per U-und Straßenbahn dorthin kam mir damals länger vor, als heute meine Reisen von Hannover nach Nürnberg…

Die Straßenbahn fährt auch am Langseebad vorbei, das war DAS Freibad, in dem die Künstler und tollen Leute schwimmen gingen, zu denen ich mich so gern gezählt hätte. Und schließlich endet diese Straßenbahnfahrt hier:In Erlenstegen. Eigentlich ein Wohngebiet, wo Villen stehen und die Reichen wohnen. Aber auch solche Bruchbuden stehen da noch rum. In Erlenstegen wohnt meine Kusine und Patentante. Seit mehr als vierzig Jahren war ich nicht bei ihr zuhause. Früher hatte ich mal Mathenachhilfe bei ihrem Mann…leider hab ich Mathe nie kapiert. Jetzt habe ich sie hier besucht, zusammen mit meinem Bruder. War ein schönes Erlebnis, dieser Weg durch Nürnberg mit abschließendem Besuch. Ein Eintauchen in alte Zeiten….

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Paradox

Vieles erscheint mir in letzter Zeit so paradox, so widersprüchlich, deshalb gibts heute mal einen sehr textlastigen Beitrag, fast ohne Bilder…

Ich frage mich, ob man im Leben irgendwann, irgendwas dazu lernt?

Als ich noch voll im Berufsleben war, Haus und Familie zu versorgen und kaum Zeit für künstlerisches hatte, hatte ich viele Ideen und Wünsche, die ich gern in Mal- und Bastelprojekten umgesetzt hätte. Jetzt habe ich jede Menge Zeit, aber die Ideen und Wünsche werden immer weniger…

Als ich kaum Geld hatte, stand ich als Kind und auch als Erwachsener vor vielen Schaufenstern und träumte davon, mir dies oder jenes leisten zu können. Jetzt könnte ich es mir leisten, stehe davor und denke: Brauche ich es wirklich? Und meistens stelle ich fest, dass ich es nicht brauche.

Als Jugendlicher wollte ich nachts aufbleiben, mir nicht sagen lassen, wann ich ins Bett gehen soll…ein paar Jährchen später hatte ich selbst Kinder und habe ihnen vorgeschrieben, wann sie ins Bett müssen.

Als ich meine Mutter mit den Kindern zusammen besuchte, jammerte sie immer, dass sie dann so viel Arbeit mit uns hat ( „wenn ihr da seid, muss ich immer so viele Treppen laufen…“) Ich hasste es, wenn sie das sagte, weil es mir das Gefühl gab, nicht willkommen zu sein. Heute, wenn ich viele Gäste im Haus habe, ertappe ich mich bei ähnlichen Gedanken ( „oh, nochmal nach oben laufen…“)obwohl es mir Freude macht, Gäste zu haben.

Eine Person hat zuhause ziemliches Chaos. Geht aber gerne in einer Firma arbeiten und sorgt dort prima und zuverlässig für Ordnung im Lagerraum.

Oder man will unbedingt Mama sein und Kinder haben, man stellt sich das so schön vor. Kaum wird’s schwierig, macht man den Kids Vorwürfe, sie seien undankbar und anstrengend…

Meine Mutter hat Zeit ihres Lebens über diverse Lehren der katholischen Kirche geschimpft. Nun lebt sie schon seit über zwei Jahren in einem Altenheim- der katholischen Kirche!

Man schickt sein Kind an manchen Tagen gegen seinen Willen in den Kindergarten, obwohl man selbst keine guten Erinnerungen an die eigene Kindergartenzeit hat.

Man hat die meisten, schlimmsten Missverständnisse mit denen, die man am meisten liebt.

Ein Kind lernt am allermeisten in seinen ersten drei Lebensjahren. Jeden Tag kommt eine Menge Neues hinzu. Trotzdem weiß es später kaum etwas, was es in diesem Zeitraum tatsächlich erlebt hat.

Wenn ein neues Geschwisterchen geboren wird, kommt meist das ältere Kind zu kurz und leidet darunter, dass das jüngere immer vorgeht. Trotzdem machen es dann die älteren Geschwister mit ihren eigenen Kindern meist wieder ganz genauso, wie sie es selbst erlebt haben.

Wir können heute so vieles, was man früher nicht konnte: per Video telefonieren, mit der ganzen Welt in Verbindung treten, alle nur erdenklichen Dinge weltweit bestellen, es gibt Apps für alles von Budgetplanung bis Zeitmanagement, künstliche Intelligenz wird bald vieles ersetzen, Roboter werden alte Menschen in Heimen automatisch versorgen.

Könnte nicht jemand eine App erfinden/künstliche Intelligenz einsetzen, um zwischenmenschliche Probleme zu lösen, um Konflikte zu klären, Trost und Liebe zu geben, Hunger zu stillen?

Könnte man nicht ohne Fahrbahnschäden zum Himmelreich gelangen? Oder ist das eine Sackgasse?Gibts da nicht ne App für???

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Die unbekannten Wege sind die Geschenke des Lebens

Das ist ein Spruch, der in einer Schale steht, die ich mal geschenkt bekommen habe. Immer wieder entdecke ich, dass da viel Wahres drin steckt. Wie kann man neues erleben, entdecken, wenn man tagaus, tagein dieselben Wege geht, denselben Gewohnheiten nachgeht?

Gestern begleitete ich meinen Mann auf einer Dienstreise nach Osnabrück. Er liess mich auf dem Weg zu einem Termin an einer Stelle in der Stadt aussteigen, in der Nähe der Fußgängerzone. Zuerst dachte ich: Was für eine gräßliche Gegend…graue Häuser, Bauzäune, Parkhäuser, trotz herrlichem Herbstwetter wirkte alles trostlos, die üblichen Ladenketten verbesserten den ersten Eindruck nicht.

Ich hatte Zeit, ließ mich treiben, ging, wie es gerne mache, mal in die „2.Reihe“, also hinter die aufgemotzten Ladenstraßen und entdeckte wunderbare kleine Lädchen mit schönem (ÖKO) Sortiment, mit gemütlichen Kaffeeecken, stillenden Müttern….

Und diesen Weg: und auf diesem Weg diesen Garten:Ich konnte nicht mehr sehen, als man auf diesem Bild sieht: nämlich wilde Wiese, Bäume, Zaun. Und eben keine Habseligkeiten, obwohl dieses Schild ja deutlich darauf hinwies.

Ich dachte an die schönen Lädchen mit den Büchern, Schals, Postkarten, Kaffeebechern und all den Dingen, vor denen ich mir früher gewünscht hätte, dass ich sie mir leisten könnte. Und sie mir eben nicht leisten konnte.

Heute könnte ich sie mir leisten. Heute denke ich: Schöne Dinge! Aber ich brauche sie nicht wirklich. Ich freue mich daran, sie anzuschauen. Das genügt.

Habseligkeiten. Macht es selig, zu haben?

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Muster…

Und wie entstand dieses Muster ? von der Mitte des vorgezeichneten Musters ausgehend verwendete ich die Farben aus meinem Malkasten in der Reihenfolge von Titanweiß über Gelb usw. bis Schwarz. und hier dasselbe Prinzip: die Farben aus der Reihenfolge meines Malkastens, aber hier von links oben bis rechts unten in Streifen fortgesetzt. Alle zusammen sehen so aus:

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Muster faszinieren mich

dieses Muster malte ich als erstes einer Serie. Die Farbpalette entstand aufgrund der Farben der Dächer und Häuser in Nürnbergs Altstadt. Dann hatte mich das Musterfieber gepackt. Wie würde es aussehen, wenn ich die Grundfarben rot, gelb, blau verwende? Wie, wenn ich die Aufteilung variiere? Ich wollte es herausfinden und probierte es aus: Auf 20×20 cm großem, weißem, festem Zeichenpapier. Die Muster zeichnete ich sehr dünn mit Bleistift vor, füllte dann die Dreiecke Stück für Stück mit Pinsel und guten Aquarellfarben aus.Dann folgte eine Variante in 80er Jahre Farben, orange, gelb, Lila und eine Variante in Druckergrundfarben: Zitronengelb, Cyan und Magenta. Wie würde es in Grautönen aussehen?Hierzu wären noch viele Varianten denkbar, helleres Grau, rötlicheres Grau, bläuliches Grau….gelbe Varianten und bräunliche Varianten folgten…eine Löwenzahnwiese mit aufgeblühten Pusteblumen und mit gelben Köpfen war hier für die Farbgebung ausschlaggebend……eine Wiese mit Korn-und Mohnblumen, Rosen, bayrische Berge…. Die Varianten scheinen endlos…

Warum gerade diese Aufteilung in Dreiecken? Keine Ahnung…das kam mir einfach so in den Sinn. Warum so exakte Muster? Zu der Zeit, als ich diese Bilder malte (2015) gab es einiges an Durcheinander in meiner Familie, Krankheiten, Umbrüche…Die Muster, das festgelegte Raster schienen mir ein bisschen Halt zu geben…

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Inspirationen…wo finde ich sie?

Immer wieder springen mir in der von uns abonnierten Tageszeitung Bilder oder Texte entgegen, die mich zu Bildern anregen: Hier ist der obere Teil ein Zeitungsausschnitt, eine Collage, die ich nach unten hin mit der Zeichnung ergänzt habe…hier ist der untere Teil ein Zeitungsausschnitt, (Teil eines Herzens, aus einem Artikel über Gesundheitsthemen), und der obere Teil mit einer Buntstiftzeichnung ergänzt.hier auch wieder Zeitungsausschnitte, neu interpretiert dies war ein Teil einer Beilage über gesundes Essen, mit Aquarellfarben und Buntstiften gemalt…