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Lesefrüchte- Gedanken zum Thema Langeweile und Muse.

Seit einem Jahr sitzen Menschen zuhause. Sie langweilen sich. Sie sind einsam. Langeweile und Einsamkeit können tödlich sein.

Langeweile und Einsamkeit können aber auch zu neuen Erkenntnissen, zu neuen Gewohnheiten, zu Auseinandersetzung mit sich selbst führen. Ich fand dazu in diversen Zeitungsartikeln interessante Gedanken, die ich hier – erstmal zum Thema Langeweile- gesammelt habe:

Langeweile ist der unerfüllte Wunsch nach befriedigender Tätigkeit. Ihr Ursprung liegt in der Unfähigkeit unsere Aufmerksamkeit erfolgreich auf etwas zu bündeln.“ ( sagt John Eastwood, ein kanadischer Psychologe).

Langeweile führt zum sog. Bore out, gelangweilte Menschen sterben früher. Sie langweilen sich zu Tode.

Langeweile führt zu Dopaminmangel im Gehirn- man fühlt sich niedergeschlagen, antriebslos und ist trotz permanentem Nichtstun im Dauerstreß.

Langeweile macht anfällig für Wut, Depressionen, Angst, Alkoholismus und Spielsucht.

Langeweile ist ein Gemütszustand, wenn ein Mensch seine Aufmerksamkeit nicht auf das richten will, was er tun muss oder müsste. Dadurch empfindet er diese Tätigkeit nicht als befriedigend, sondern als langweilig. Langeweile entsteht also nicht unbedingt dann, wenn äußere Reize fehlen, sondern eher dann, wenn man sich auf diese Reize nicht konzentrieren kann oder will.

Langeweile entsteht nicht nur, wenn man gar nichts zu tun hat, sondern auch und grade bei der Arbeit: z.B.in Konferenzen, bei denen man präsent sein muss, ohne dass das Besprochene interessiert oder für die eigene Aufgaben relevant ist. Oder wenn man eine Aufgabe vor sich hat und nicht direkt weiß, wie man sie angehen kann.

Für die einen ist diese Stille, die durch Langeweile eintritt, unerträglich. Der gelangweilte Mensch fühlt das Nichts, seine Verlassenheit, seine Unzulänglichkeit, seine Abhängigkeit,seine Ohnmacht und seine Leere. Also Stress pur: Gelangweilte haben meist mehr Stresshormon Kortisol im Blut, haben einen erhöhten Puls und erhöhten Blutdruck.

Während die einen davon ausgehen, dass man sich buchstäblich zu Tode langweilen kann, denken die anderen, dass es zu einer sog. schöpferischen Langeweile kommen kann. Wenn die Seele sozusagen „leergeräumt“ ist, wenn nichts mehr ablenkt und eine Stille und Leere eintritt, wenn man diesen Zustand eine Weile aushalten kann, kann dies zu neuer Schöpfungskraft, zu neuen Ideen, zu neuen Wegen und Erkenntnissen führen.

Göthe sagte, dass Langeweile die Mutter aller Musen sei.

Kinder haben die Kunst sich gesund zu langweilen verlernt. In immer jüngerem Alter „müssen“ sie mehr und mehr beschäftigt werden.

Sich zu langweilen kann belastend sein. Es kann aber auch bedeuten, einige Augenblicke nicht zu wissen, was man mit seiner Zeit anfangen will und dann aus sich selbst heraus, aus der eigenen Phantasie und aus eigenen kreativen Quellen eine Beschäftigung zu finden. Dies kann höchst befriedigend sein. Viele Entdeckungen und Erfindungen können aus einer inneren Leere, Stille, aus dem Innehalten entstehen. Die Freude daran, selbst aus der Langweile herauszufinden ist ungleich größer und wertvoller, als wenn jemand anderer für Ablenkung sorgt.

Langeweile ist ein großer Kulturmotor. Man soll nicht schlecht von ihr reden. Peter Sloterdijk

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