Allgemein

Rückblicke und Reiseerlebnisse

Da ich ja, wie schon geschrieben, 60 geworden bin, schau ich ein bisschen zurück. Wie war mein Leben? Was habe ich erlebt, was habe ich gelernt? Was würde ich heute anders machen?

Erlebt habe ich sehr, sehr viel. Vieles würde ich gerne berichten, vor allem für meine Töchter und Enkelkinder. „Mama, erzählst du uns von früher?“ haben meine Brüder und ich unserer Mutter oft gefragt und sie hatte immer tolle Geschichten auf Lager. Wir konnten sie nicht oft genug hören.

Ich bin zum Beispiel ziemlich viel gereist- eine Zeitlang- heute zieht es mich nicht mehr so in die Ferne. Heute reicht mir eine Reise an den Bodensee, mindestens einmal im Jahr. Früher war ich aber gern unterwegs, mit den Eltern in Österreich und in der Schweiz. Mit der Jugendgruppe in Karlsbad, in Schweden, in Großbritannien, im bayrischen Wald , auf Sardinien und in Caorle in Italien.

Hier bin 16 Jahre alt. 1976 war ich mit einer Freundin vier Wochen mit Rucksack in Großbritannien, in York.

Mit einem Freund und dessen Vw Bus war ich in Griechenland, in der Provence, in Nizza, in Monaco, in Großbritannien, Schottland, Wales, in Paris, in der Bretagne, am geliebten Bodensee, in Amsterdam und in der Toskana. Leider habe ich nur wenige Bilder von diesen Reisen, ich hatte damals noch keinen Fotoapparat .

Mit einer anderen Freundin war ich nach Abschluss des ersten Staatsexamen in Tunesien. Mit meinen Kindern auf Korsika, in Schottland und in Delaware (USA). Mit Freunden in Andalusien, mit den Kindern in Benidorm.

Ich war auf Fehmarn und auf Rügen, sehr häufig in Binzwangen bei Rothenburg ob der Tauber, in Ruhpolding, in Uelzen, Lüneburg, Hamburg, Braunschweig, Leer/Loga.

Mit meinem 2. Mann auf Mallorca, am Gardasee, in Meran, Südtirol, am Comer See, in New York, in Kanada, auf Vancouver Island, in Alaska, auf einer Schiffsreise von Passau über Wien, Budapest, Bratislava, Kloster Melk und wieder zurück. In Bremen, Kiel, Oldenburg, Osnabrück, Lübeck, Hameln, Qedlinburg, Wismar…

Viel gesehen und viel erlebt. Würde ich es wieder so machen? Ja! Das waren tolle Reisen, manche sehr entspannend, manche sehr aufregend. Als meine jüngere Tochter ihr Auslandsjahr in USA verbrachte, wollten wir sie zu Weihnachten überraschen. Sie rechnete mit einem Besuch ihrer älteren Schwester, ahnte aber nicht, dass ich mitkommen würde. Heimlich hatten wir zwei Flüge gebucht und mussten bei Telefonaten vorher ziemlich aufpassen, dass wir uns nicht verplapperten. Die Gasteltern waren eingeweiht. In der Nacht vor dem Abflug wurde es meiner älteren Tochter zuhause unheimlich schlecht, sie musste sich mehrfach übergeben, ihr war schwindlig und sie fühlte sich sehr krank. Was tun? Die Reise absagen war keine Option, alles war bezahlt, ich hätte sie ja auch nicht krank allein zuhause lassen können. Also packte ich sie in Decken, nahm eine Thermoskanne Tee mit ins Auto und fuhr morgens um 3 bei geschlossener Schneedecke auf der Autobahn los von Kirchberg an der Jagst nach Frankfurt. Wir kamen pünktlich am Flughafen an, aber F ging es so schlecht, dass sie nicht vom Parkhaus bis zum Schalter gehen konnte. Ich ließ sie erstmal im UG auf einer Bank sitzen, versuchte die Koffer oben am Schalter abzugeben. Da aber aufgrund der Schneewetterlage viele Flüge ausgefallen waren, herrschte dort das reinste Chaos. Ich holte also F und setzte sie auf den Gepäckwagen, wir reihten uns ein. Sie konnte nicht stehen oder sitzen, es ging ihr immer schlechter, ich musste sie hinlegen, auf den Boden, die Füße hochlagern auf das Gepäck. Das war im Jahr der Schweinegrippe, also fürchteten sich auch die Leute davor, sich irgendeine Krankheit einzufangen. Jemand rief die Krankenstation vom Flughafen. F wurde auf eine Liege gepackt und abtransportiert, ich sah ihr ängstlich hinterher, musste aber beim Gepäck in der Schlange stehen bleiben. Als ich endlich eingecheckt hatte, machte ich mich auf die Suche nach meiner kranken Tochter. Man hatte ihr inzwischen Infusionen gegeben und was fiebersenkendes. Sie wurde im Rollstuhl zum Boarding gefahren, ich rannte hinterher. Endlich saßen wir im Flieger nach Delaware, Pennsylvania. Den Flug verschlief sie fast komplett. Ich wagte mich kaum zu bewegen, damit sie nicht aufwachte. Am Flughafen holte uns, Gott sei Dank, der Gastvater ab. Er half uns beim Gepäck abholen und brachte uns sicher nach Delaware zu meiner jüngeren Tochter. Die hatte inzwischen mehrfach bei uns zuhause in Deutschland angerufen und sich sehr gewundert, warum ich nicht ans Telefon ging, sie wusste ja nicht, dass ich mit ihrer Schwester unterwegs zu ihr war.

Ihr überraschter Blick , als wir beide zu Besuch ankamen, Mama und Schwester, das war die ganze Aufregung auf jeden Fall wert gewesen. F erholte sich auch relativ schnell, wahrscheinlich war eine verdorbene Speise der Auslöser für die Übelkeit gewesen. Wir hatten dann eine ganz wunderbare Zeit in USA zusammen.
Mit der Gastmutter und Gastschwester. „You have to see Winterthur!“

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