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Non scolae, sed vitae discimus

stand in meinem Lateinbuch ziemlich am Anfang. 7 Jahre habe ich Latein gelernt. Und mich häufiger über diesen Satz geärgert, weil als Schülerin genau den gegenteiligen Eindruck hatte. Ich lernte nahezu ausschließlich für die Schule bzw. um gute Noten und entsprechende Abschlüsse zu erreichen. Wenn ich all die Lateinstunden für Englischlektionen verwenden hätte können, für praktische Konversation. Wie gut könnte ich mich heute in Englisch ausdrücken und unterhalten…Aber noch mehr als Sprachen, Mathe und ähnliches hätte ich gerne etwas über das Leben gelernt, darüber, wie man z.B. Smalltalk macht, um erstmal in ein Gespräch einzusteigen. Oder wie man Überweisungen ausfüllt und sich bei Behördengängen zurechtfindet. Jetzt bin ich 60 geworden und ich habe mir zu meinem 60. quasi selbst geschenkt, mal aufzuschreiben, was mir über die Jahre wichtig geworden ist. Lektionen, die mich das Leben gelehrt hat. Hier einige zum Thema Arbeitspensum:

Sehr hilfreich finde ich folgenden Tipp:

Man hängt relativ gut sichtbar eine TO DO Liste auf, auf die notiert man alles, was „mal“ getan werden müsste, also nicht die wiederkehrenden Pflichten, sondern Sachen wie z.B. den Knopf an Papas Hose wieder annähen, erhaltene Gutscheine oder Garantiescheine durchsehen, das Schuhregal aufräumen, also Dinge, die man mal tun müsste, aber im Moment keine Zeit dafür hat. Wenn man dann einen Zeitleerlauf hat, weil ein Termin ausfällt, weil unerwartet Wartezeit entsteht, kann man auf diese Liste schauen, und schnell ein oder zwei Dinge erledigen. Dann sitzt man nicht untätig herum und ärgert sich nicht über verlorene Zeit .

ZEITEINTEILUNG: Wenn ich mir umfangreichere Arbeiten vornehme, wie z.B. die Beete im Garten umgraben, alle Küchenschränke gründlich zu putzen o.ä. finde ich es inzwischen sehr hilfreich, wenn ich mir die zur Verfügung stehende Zeit so einteile, dass ich etwa 2/3 der Aufgabe sorgfältig erledige, dann sehe, wie viel Zeit ich noch übrig habe. Dann räume ich lieber die benutzten Geräte weg und schließe erstmal mit der Arbeit ab, als die vorhandene Zeit bis zum Limit durchzuarbeiten, dann am Schluß zu schludern und nicht fertig und zufrieden mit meiner Arbeit zu sein, bevor z.B. die Kinder von der Schule kommen und erstmal meine Aufmerksamkeit brauchen. Lieber ist die angefangene, vorgenommene Arbeit nur zum Teil fertig, aber gut fertig geworden, als dann ärgerlich den Lappen oder Spaten in die Ecke zu schmeißen und der nächsten Aufgabe, sprich Menschen, die mich brauchen, unwillig zu begegnen. Sie können ja nichts dafür, dass ich vorher meine Arbeit nicht fertig bekommen habe…

Und: ganz wichtig: immer PAUSEN einplanen. Wenn ich das Gefühl habe: Uff, ich kann nicht mehr, ich mag nicht mehr, die Arbeit nervt, dann setze ich mich hin, trinke ein Glas Wasser oder eine Tasse Tee, schaue ein bisschen zum Fenster raus, dann gehts weiter. Klappt bei mir viel besser, als ohne Pause.

Besonders unangenehme Arbeiten:

ein Tipp, den mir mein Therapeut damals gab: Wenn man notwendige Arbeiten vor sich hat, wenn man sie vor sich herschiebt und das Gefühl hat, man kann sie einfach nicht erledigen, dann sollte man sich vorher einen „roten Teppich“ auslegen. Damit meinte er, man solle Vorbereitungen treffen, die einem den Anfang erleichtern. Beispiel: Wenn man Briefe schreiben muss, erstmal das Kuvert bereitlegen, die Adresse draufschreiben, evtl. ein paar Notizen machen. Dann fällt es einem -am nächsten Tag- etwas leichter anzufangen.

Der „ROTE LINIEAUFRÄUMTRICK“Wenn das Chaos in der Wohnung überhand nimmt, wenn man denkt, man könnte nichts mehr in den Griff bekommen, hilft der „rote Linie Trick“. Das bedeutet, man zieht gedanklich im Zimmer eine rote Linie, z.b. von der linken Wand bis zur Zimmermitte. Dann räumt man konsequent alles auf, was sich in diesem Bereich befindet. Dieser Tipp verhindert, dass man sich verzettelt, weil man sich einen zu großen Bereich vornimmt.

Ein Gedanke zu „Non scolae, sed vitae discimus“

  1. Liebe Angela, das sind wertvolle Tipps aus der Zeit-Managementberatung…bei Dir kostenlos. Danke, dass Du Deine wertvollen Erfahrungen auf diesem Weg an Andere weitergibst.
    Es grüßt Dich einer Deiner Bewunderer. 🙂

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