Leseratte und Bücherwurm, Oma, erzählst du uns von früher?

Leseratte und Bücherwurm 4

Bücher nahmen also, wie aus den vorhergehenden Beiträgen zu entnehmen, schon immer einer großen Raum in meinem Leben ein. Als ich etwa 13 Jahre alt war, wünschte ich mir ein Tagebuch. Das erste hatte ein quadratisches Format, war mit Stoff bezogen, der mit „Prilblumen“ bedruckt war. Und es hatte ein kleines Schloß, den Schlüssel dazu trug ich ganz stolz an einer Kette um den Hals. Ich schrieb auf, was mich beschäftigte, schnell füllte sich Buch um Buch mit Einträgen, Skizzen, Fotos und eingeklebten Tickets und ähnlichen Erinnerungsstücken. Bis ich 25 war.

Dann hatte ich einen Anfall von „ich muss mit meiner Vergangenheit aufräumen“ und VERBRANNTE alle meine Tagebücher, es waren bestimmt 8 Stück, dazu einige Schulhefte, die ich mangels geeigneter Bücher auch mit Einträgen gefüllt hatte. Ein Jammer! Alle meine Teenagererinnerungen sind dahin, im Kachelofen des alten Bauernhauses verbrannt.

Seit 1982 schreibe ich aber weiterhin Tagebuch und diese hüte ich seitdem sehr gut.inzwischen sind es 45 Bücher! Man sieht, ich habe nicht nur fleißig gelesen, sondern auch fleißig geschrieben. Nicht täglich und auch nichts alltägliches, eher Sorgen, Gedanken, Pläne, Ideen für Bilder, die ich malen wollte. Es hat mir oft sehr geholfen, mir über Dinge klar zu werden und Probleme ein bisschen gelassener zu betrachten. Ein Buch von Elisabeth Mardorf: „Ich schreibe täglich an mich selbst“, hat mich zum Beispiel inspiriert, Erlebnisse aufzuschreiben und damit auch ein Stück weit loszulassen.In einer Zeitschrift entdeckte ich vor einigen Jahren einen Artikel über dasdeutsche Tagebucharchiv in Emmendingen. Dort werden Tagebücher aller Art von ehrenamtlichen Helfern gelesen und digital archiviert, z.b.für Forschungszwecke oder eben als Zeitzeugnisse. Vor drei Jahren hatte ich die Gelegenheit dieses Archiv mal aufzusuchen. Ich hätte Tage dort verbringen können und ich bin so beeindruckt von der Arbeit, die die vielen Ehrenamtlichen leisten. Diese Dame ( Frauke von Troschke) leitete das deutsche Tagebucharchiv und sie führte mich durch die Räume und zeigte mir einige ihrer besonderen Schätze. Frauke von Troschke hat das Archiv gegründet und lange geleitet. Seit 2016 gibt es neuen Vorstand. Falls meine Nachkommen einmal meine Tagebücher nicht aufbewahren wollen, möchte ich dass sie dorthin gespendet werden.

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