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So kann man Papier als Maluntergrund vorbereiten (Tutorial)

Da ich nicht immer auf Leinwände malen möchte, verwende ich gerne diese Technik um Papiere aller Art zum malen vorzubereiten. Es gibt mehrere Gründe, warum ich das tue:

– Leinwände sind teurer als Papier und ich stehe dann häufig unter „Erfolgsdruck“ (bloß nicht die gute Leinwand ruinieren!)

– Papier hat man nahezu immer genug vorrätig, Leinwände nicht unbedingt.

– auf Papier kann ich erst einmal verschiedene Studien durchführen, und dann immer noch für die endgültige Fassung zur Leinwand wechseln

– ein sehr wichtiger Grund ist auch die Lagerung fertiger Bilder: auf Papier gemalte kann ich in Schubladen oder Mappen lagern, auf Leinwand gemalte Bilder nehmen mehr Platz weg und sind schwieriger vor Staub u.ä. zu schützen.

– einen kleinen Nachteil hat das ganze: Papierbilder müssen fast immer am besten unter Glas gerahmt werden, Leinwandbilder hingegen können auch ohne solchen Schutz präsentiert werden.ich verwende alle möglichen Papiersorten, gerne auch alte Kalenderblätter oder auch ganz normales braunes Packpapier.

Als Bretter eignen sich Pressspannplatten, noch besser aber Bretter aus Pappelholz, die sind auch in größeren Dimensionen noch relativ leicht zu transportieren.dann braucht man sogenanntes Papierklebeband, ein vier cm breites Band, das auf der einen Seite gummiert ist, wie Briefmarken (im Fachhandel in großen Rollen erhältlich). Von diesem Band reißt man pro Papierseite einen Streifen ab, jeweils etwas länger als die Papierseite.man kann gleich zwei bis drei Bögen Papier auf einmal anfeuchten…je nach Dicke des Papiers. Nicht zu nass, aber gut feucht. Dann nimmt man den zuerst angefeuchteten Papierbogen und platziert in mittig auf dem Brett. hierbei sollte der Schwamm nicht zu nass sein, und man sollte zügig arbeiten, damit der Kleber nicht gleich wieder antrocknet. Der Klebestreifen sollte mittig halb auf dem Papier und halb auf dem Brett zu liegen kommen, kann im feuchten Zustand auch noch etwas korrigiert werden. Muss aber nicht zu exakt sein, weil es nach Fertigstellung des Bildes sowieso alles weggeschnitten wird.Jetzt sieht alles eher wie ein Mittelgebirge statt wie ein Maluntergrund aus…

Hier ist Geduld nötig, je nach Raumtemperatur kann es auch mal über Nacht dauern, bis alles gut getrocknet ist. Aber dann kommt das Wunder:

Das Papier ist nach dem Trocknen wunderbar glatt gespannt.

( in ganz seltenen Fällen bleiben Falten stehen, da hilft dann nur: wegwerfen und neu beginnen, oder als Versuchspapier benutzen )Und jetzt geht’s an die Grundierung: ich verwende hierfür am liebsten Wandinnenfarbe aus dem Baumarkt, man kann aber auch Gesso oder selbsthergestellten Kreidegrund verwenden.

je nach Werkzeug (Pinsel oder Walze) und je nach Konsistenz der Farbe ( dick- oder dünnflüssig) erhält man dann entweder eine völlig glatte Fläche oder eine mit etwas Struktur, was bei weiterem Farbauftrag sehr reizvoll oder auch störend sein kann, je nach gewünschtem Ergebnis.

Wenn man eine völlig glatte Fläche haben will, kann man die getrocknete Grundierung auch mit feinem Schleifpapier anschleifen.nach dem Grundierungsauftrag wird das Papier erneut wellig, aber auch hier gilt: Geduld!

Es wird alles wieder glatt. Ich grundiere sogar meist noch mit einer zweiten Schicht und erhalte so einen sehr strapazierfähigen Maluntergrund.hier habe ich mit wässrigen Acrylfarben auf dem Papieruntergrund weitergemalt.

Wichtig: Erst wenn man ganz sicher ist, dass das Bild fertig ist, wird es vom Untergrundbrett gelöst. Dazu nimmt man am besten ein Metalllineal,und schneidet auf der Papierkante mit einem Teppichmesser entlang.Fertig!

Gutes Gelingen! Schreibt mir, falls irgendetwas nicht klappen sollte!

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