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Paradox

Vieles erscheint mir in letzter Zeit so paradox, so widersprüchlich, deshalb gibts heute mal einen sehr textlastigen Beitrag, fast ohne Bilder…

Ich frage mich, ob man im Leben irgendwann, irgendwas dazu lernt?

Als ich noch voll im Berufsleben war, Haus und Familie zu versorgen und kaum Zeit für künstlerisches hatte, hatte ich viele Ideen und Wünsche, die ich gern in Mal- und Bastelprojekten umgesetzt hätte. Jetzt habe ich jede Menge Zeit, aber die Ideen und Wünsche werden immer weniger…

Als ich kaum Geld hatte, stand ich als Kind und auch als Erwachsener vor vielen Schaufenstern und träumte davon, mir dies oder jenes leisten zu können. Jetzt könnte ich es mir leisten, stehe davor und denke: Brauche ich es wirklich? Und meistens stelle ich fest, dass ich es nicht brauche.

Als Jugendlicher wollte ich nachts aufbleiben, mir nicht sagen lassen, wann ich ins Bett gehen soll…ein paar Jährchen später hatte ich selbst Kinder und habe ihnen vorgeschrieben, wann sie ins Bett müssen.

Als ich meine Mutter mit den Kindern zusammen besuchte, jammerte sie immer, dass sie dann so viel Arbeit mit uns hat ( „wenn ihr da seid, muss ich immer so viele Treppen laufen…“) Ich hasste es, wenn sie das sagte, weil es mir das Gefühl gab, nicht willkommen zu sein. Heute, wenn ich viele Gäste im Haus habe, ertappe ich mich bei ähnlichen Gedanken ( „oh, nochmal nach oben laufen…“)obwohl es mir Freude macht, Gäste zu haben.

Eine Person hat zuhause ziemliches Chaos. Geht aber gerne in einer Firma arbeiten und sorgt dort prima und zuverlässig für Ordnung im Lagerraum.

Oder man will unbedingt Mama sein und Kinder haben, man stellt sich das so schön vor. Kaum wird’s schwierig, macht man den Kids Vorwürfe, sie seien undankbar und anstrengend…

Man schickt sein Kind an manchen Tagen gegen seinen Willen in den Kindergarten, obwohl man selbst keine guten Erinnerungen an die eigene Kindergartenzeit hat.

Man hat die meisten, schlimmsten Missverständnisse mit denen, die man am meisten liebt.

Ein Kind lernt am allermeisten in seinen ersten drei Lebensjahren. Jeden Tag kommt eine Menge Neues hinzu. Trotzdem weiß es später kaum etwas, was es in diesem Zeitraum tatsächlich erlebt hat.

Wenn ein neues Geschwisterchen geboren wird, kommt meist das ältere Kind zu kurz und leidet darunter, dass das jüngere immer vorgeht. Trotzdem machen es dann die älteren Geschwister mit ihren eigenen Kindern meist wieder ganz genauso, wie sie es selbst erlebt haben.

Wir können heute so vieles, was man früher nicht konnte: per Video telefonieren, mit der ganzen Welt in Verbindung treten, alle nur erdenklichen Dinge weltweit bestellen, es gibt Apps für alles von Budgetplanung bis Zeitmanagement, künstliche Intelligenz wird bald vieles ersetzen, Roboter werden alte Menschen in Heimen automatisch versorgen.

Könnte nicht jemand eine App erfinden/künstliche Intelligenz einsetzen, um zwischenmenschliche Probleme zu lösen, um Konflikte zu klären, Trost und Liebe zu geben, Hunger zu stillen?

Könnte man nicht ohne Fahrbahnschäden zum Himmelreich gelangen? Oder ist das eine Sackgasse?Gibts da nicht ne App für???

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Die unbekannten Wege sind die Geschenke des Lebens

Das ist ein Spruch, der in einer Schale steht, die ich mal geschenkt bekommen habe. Immer wieder entdecke ich, dass da viel Wahres drin steckt. Wie kann man neues erleben, entdecken, wenn man tagaus, tagein dieselben Wege geht, denselben Gewohnheiten nachgeht?

Gestern begleitete ich meinen Mann auf einer Dienstreise nach Osnabrück. Er liess mich auf dem Weg zu einem Termin an einer Stelle in der Stadt aussteigen, in der Nähe der Fußgängerzone. Zuerst dachte ich: Was für eine gräßliche Gegend…graue Häuser, Bauzäune, Parkhäuser, trotz herrlichem Herbstwetter wirkte alles trostlos, die üblichen Ladenketten verbesserten den ersten Eindruck nicht.

Ich hatte Zeit, ließ mich treiben, ging, wie es gerne mache, mal in die „2.Reihe“, also hinter die aufgemotzten Ladenstraßen und entdeckte wunderbare kleine Lädchen mit schönem (ÖKO) Sortiment, mit gemütlichen Kaffeeecken, stillenden Müttern….

Und diesen Weg: und auf diesem Weg diesen Garten:Ich konnte nicht mehr sehen, als man auf diesem Bild sieht: nämlich wilde Wiese, Bäume, Zaun. Und eben keine Habseligkeiten, obwohl dieses Schild ja deutlich darauf hinwies.

Ich dachte an die schönen Lädchen mit den Büchern, Schals, Postkarten, Kaffeebechern und all den Dingen, vor denen ich mir früher gewünscht hätte, dass ich sie mir leisten könnte. Und sie mir eben nicht leisten konnte.

Heute könnte ich sie mir leisten. Heute denke ich: Schöne Dinge! Aber ich brauche sie nicht wirklich. Ich freue mich daran, sie anzuschauen. Das genügt.

Habseligkeiten. Macht es selig, zu haben?

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Muster…

Und wie entstand dieses Muster ? von der Mitte des vorgezeichneten Musters ausgehend verwendete ich die Farben aus meinem Malkasten in der Reihenfolge von Titanweiß über Gelb usw. bis Schwarz. und hier dasselbe Prinzip: die Farben aus der Reihenfolge meines Malkastens, aber hier von links oben bis rechts unten in Streifen fortgesetzt. Alle zusammen sehen so aus:

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Muster faszinieren mich

dieses Muster malte ich als erstes einer Serie. Die Farbpalette entstand aufgrund der Farben der Dächer und Häuser in Nürnbergs Altstadt. Dann hatte mich das Musterfieber gepackt. Wie würde es aussehen, wenn ich die Grundfarben rot, gelb, blau verwende? Wie, wenn ich die Aufteilung variiere? Ich wollte es herausfinden und probierte es aus: Auf 20×20 cm großem, weißem, festem Zeichenpapier. Die Muster zeichnete ich sehr dünn mit Bleistift vor, füllte dann die Dreiecke Stück für Stück mit Pinsel und guten Aquarellfarben aus.Dann folgte eine Variante in 80er Jahre Farben, orange, gelb, Lila und eine Variante in Druckergrundfarben: Zitronengelb, Cyan und Magenta. Wie würde es in Grautönen aussehen?Hierzu wären noch viele Varianten denkbar, helleres Grau, rötlicheres Grau, bläuliches Grau….gelbe Varianten und bräunliche Varianten folgten…eine Löwenzahnwiese mit aufgeblühten Pusteblumen und mit gelben Köpfen war hier für die Farbgebung ausschlaggebend……eine Wiese mit Korn-und Mohnblumen, Rosen, bayrische Berge…. Die Varianten scheinen endlos…

Warum gerade diese Aufteilung in Dreiecken? Keine Ahnung…das kam mir einfach so in den Sinn. Warum so exakte Muster? Zu der Zeit, als ich diese Bilder malte (2015) gab es einiges an Durcheinander in meiner Familie, Krankheiten, Umbrüche…Die Muster, das festgelegte Raster schienen mir ein bisschen Halt zu geben…

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Inspirationen…wo finde ich sie?

Immer wieder springen mir in der von uns abonnierten Tageszeitung Bilder oder Texte entgegen, die mich zu Bildern anregen: Hier ist der obere Teil ein Zeitungsausschnitt, eine Collage, die ich nach unten hin mit der Zeichnung ergänzt habe…hier ist der untere Teil ein Zeitungsausschnitt, (Teil eines Herzens, aus einem Artikel über Gesundheitsthemen), und der obere Teil mit einer Buntstiftzeichnung ergänzt.hier auch wieder Zeitungsausschnitte, neu interpretiert dies war ein Teil einer Beilage über gesundes Essen, mit Aquarellfarben und Buntstiften gemalt…

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Übung macht den Meister?

Vielleicht ist das so…Ich übe schon so lange zeichnen, aber es scheint eher von der Tagesform abzuhängen, ob die Zeichnung gelingt oder nicht…1.Versuch, damit bin ich relativ zufrieden.2. Versuch, so krakelig und die Proportionen stimmen nicht…3.Versuch , ja, ok.4. Versuch, sehr schnell und fast ohne auf s Papier zu sehen, sog.modified blind contour drawing. Auf jeden Fall ist die Haltung ganz gut getroffen.5. Versuch, (mit wasservermalbarem Farbstift), damit bin ich zumindest relativ zufrieden. Aber immer noch weit entfernt von: Ja, gute Zeichnung! Na mal sehen, wie das noch weitergeht.

Allgemein, Enkelliebe

Enkelgeschichten…

Kürzlich war ich mal wieder zu Besuch bei den Enkelkindern. Die fast dreijährige Enkelin fand im Garten ein totes Vogelbaby.Sie betrachtete es sehr interessiert. „Oma, was ist das?“ „Ein totes Vogelbaby“ „wo kommt das her?“ “ ist wohl aus dem Nest gefallen…“

“ Oma leg es in die Erde“ Ich hob es mit einer Schaufel vorsichtig auf und legte es in die Erde. Die Enkelin betrachtete es weiter mit einer Mischung aus Interesse und Mitleid. “ Oma, leg es in die Wiese, dann bau ich ihm ein Nest!“

Ich hob es wieder auf und legte es in die Wiese. Die Enkelin holte einen Stein, legte ihn auf das Vogelbaby und sagte: “ nun schlaf schön!“Was das Küken dann bestimmt auch tat :-))

Wenig später war ich mit dem vierjährigen Enkel an der Bushaltestelle. Er fand dort einige tote Maikäfer:Ich sollte in seinem Auftrag jeden einzelnen fotografieren und dann schön an die Seite in die Wiese legen, damit ihnen nichts weiter passiert.Später fand er im Bach noch eine Hummel, die um ihr Leben kämpfte. Er rettete sie und baute ihr ein großzügiges Blätternest:So verschieden sind sie: die beiden Enkel! Ich könnte ihnen stundenlang zusehen und zuhören und die Natur mit ihnen genießen.