Leseratte und Bücherwurm, Oma, erzählst du uns von früher?

Leseratte und Bücherwurm 5

Wo sind all die Bücher hin? Wo sind sie geblieben? So viele habe ich gelesen…sehr viele aus der Stadtbibliothek, später habe ich auch viele gekauft und dann anläßlich meiner häufigen Umzüge an Secondhandläden gespendet oder anderweitig verschenkt. Nach der ganzen Jugendbuchliteratur las ich: Romane von Paul Gallico, Eric Malpass, Pearl S.Buck, alles von Herrmann Hesse, Carl Gustav Jung „Der Mensch und seine Symbole“, Martin Walser, Max Frisch, Elke Heidenreich, alles von Connie Palmen.

Natürlich auch viel Fachliteratur, dann auch viel christliche Literatur. Dann kam eine größere Lesepause. Als meine Kinder noch klein waren, konnte ich nicht mehr wie früher abends im Bett lesen, dazu war ich meistens zu müde. Als sie größer wurden, gingen wir zusammen zur Stadtbibliothek in Crailsheim, die war zwar verglichen mit der in Nürnberg klein, aber sehr gut sortiert.Diese Dame, sowie ihre Vorgängerin sorgen für ein sehr gutes, ausgewogenes, aktuelles Sortiment.

Während meine Kinder Bilderbücher auswählten und darin blätterten, suchte ich zuerst im Regal: „Neuzugänge“ und fand dort immer ein, zwei interessante Bücher. Dann liebe ich Biografien. Ich hatte den Ehrgeiz alle vorhandenen Biografien der Crailsheimer Stadtbücherei zu lesen. Alle hab ich nicht geschafft, aber viele!Diese hier sind ein paar von meinen eigenen Biografiebänden…

Was ich selten lese sind: Krimis. Nie lese ich seichte Romane oder Sience Fiction. Aber gerne auch mal Reiseführer und viele Bücher, die mit Kunst, Textilkunst, Zeichnen, Malen oder im weitesten Sinn mit Basteln, Werken oder Handarbeiten zu tun haben.Fast alles was von IHM auf dem Markt ist, besitze ich selbst oder hab es gelesen. Seine Persönlichkeit und seine Zeichenkunst faszinieren mich sehr. Wenn sich die Gelegenheit ergibt fahre ich immer mal wieder nach Oldenburg und gehe dort ins Horst Janssen Museum. Ein Paradies!

Heutzutage lese ich auch sehr gern in der Bahn auf meinen vielen Reisen, das ist meist sehr entspannend, wenn nicht gerade ein Mitreisender sehr laut per Mobilphone telefoniert oder sich Sitznachbarn laut unterhalten. Dann bevorzuge ich mitteldicke Taschenbücher, meist second Hand gekauft oder ich hole mir „Stoff“ aus der Stadtbibliothek in Hannover, die ganz große in der Hildesheimer Straße. Dort kann man auch ganz oben unter dem Glasdach gemütlich sitzen und schmökern.

Allgemein

FF – Flohmarkt Freuden

Heute waren wir auf dem Findelhof in Bockelkamp. Was für ein schöner Flohmarkt! es gab tolle Männer den hätte ich beinahe gekauft. Und Super Frauen: idyllisches: unsere Einkäufe: Tassen, passend zum neuen Strandkorb, Legosteine für die Enkel und für mich: die wunderbaren kleinen Pippi Bücher, das waren die ersten, aus denen mir meine Mutter vorlas… siehe mein Beitrag Leseratte und Bücherwurm 1.

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Leseratte und Bücherwurm 4

Bücher nahmen also, wie aus den vorhergehenden Beiträgen zu entnehmen, schon immer einer großen Raum in meinem Leben ein. Als ich etwa 13 Jahre alt war, wünschte ich mir ein Tagebuch. Das erste hatte ein quadratisches Format, war mit Stoff bezogen, der mit „Prilblumen“ bedruckt war. Und es hatte ein kleines Schloß, den Schlüssel dazu trug ich ganz stolz an einer Kette um den Hals. Ich schrieb auf, was mich beschäftigte, schnell füllte sich Buch um Buch mit Einträgen, Skizzen, Fotos und eingeklebten Tickets und ähnlichen Erinnerungsstücken. Bis ich 25 war.

Dann hatte ich einen Anfall von „ich muss mit meiner Vergangenheit aufräumen“ und VERBRANNTE alle meine Tagebücher, es waren bestimmt 8 Stück, dazu einige Schulhefte, die ich mangels geeigneter Bücher auch mit Einträgen gefüllt hatte. Ein Jammer! Alle meine Teenagererinnerungen sind dahin, im Kachelofen des alten Bauernhauses verbrannt.

Seit 1982 schreibe ich aber weiterhin Tagebuch und diese hüte ich seitdem sehr gut.inzwischen sind es 45 Bücher! Man sieht, ich habe nicht nur fleißig gelesen, sondern auch fleißig geschrieben. Nicht täglich und auch nichts alltägliches, eher Sorgen, Gedanken, Pläne, Ideen für Bilder, die ich malen wollte. Es hat mir oft sehr geholfen, mir über Dinge klar zu werden und Probleme ein bisschen gelassener zu betrachten. Ein Buch von Elisabeth Mardorf: „Ich schreibe täglich an mich selbst“, hat mich zum Beispiel inspiriert, Erlebnisse aufzuschreiben und damit auch ein Stück weit loszulassen.In einer Zeitschrift entdeckte ich vor einigen Jahren einen Artikel über dasdeutsche Tagebucharchiv in Emmendingen. Dort werden Tagebücher aller Art von ehrenamtlichen Helfern gelesen und digital archiviert, z.b.für Forschungszwecke oder eben als Zeitzeugnisse. Vor drei Jahren hatte ich die Gelegenheit dieses Archiv mal aufzusuchen. Ich hätte Tage dort verbringen können und ich bin so beeindruckt von der Arbeit, die die vielen Ehrenamtlichen leisten. Diese Dame ( Frauke von Troschke) leitete das deutsche Tagebucharchiv und sie führte mich durch die Räume und zeigte mir einige ihrer besonderen Schätze. Frauke von Troschke hat das Archiv gegründet und lange geleitet. Seit 2016 gibt es neuen Vorstand. Falls meine Nachkommen einmal meine Tagebücher nicht aufbewahren wollen, möchte ich dass sie dorthin gespendet werden.

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Leseratte und Bücherwurm

Aktuell las ich „Das verborgene Wort“ von Ulla Hahn.Ich hatte es kurz nach der Erscheinung schon mal gelesen, es war mir empfohlen worden und mir gefiel das Cover. Jetzt las ich es also noch einmal. Den Einstieg finde ich wunderbar, daran konnte ich mich auch noch gut erinnern, weil mir der Umgang des Großvaters mit den Enkeln so gut gefiel, auch das Spiel mit den Steinen am Rhein. Es ist so geschrieben, dass ich immer weiter lesen wollte, wissen wollte, wie es weitergeht und ob alles ein gutes Ende nimmt. Jetzt frage ich mich: hat die Autorin das alles selbst erlebt? Und warum nennt sie es dann Roman und nicht Biografie? Es ist doch eine sehr lange Aneinanderreihung von Erlebnissen, die man in ähnlicher Art und Weise doch schon häufiger gelesen hat. Und: Sehr vieles dreht sich um das Thema: Sex. Weil sich das gut verkauft? Wenn die Hauptperson doch so belesen war, wie sie schreibt, warum weiß sie dann selbst mit 15 noch nicht, wie genau Geschlechtsverkehr vor sich geht? Manches ist einfach nicht ganz so stimmig in dem Buch. Durch die vielen Anekdoten, die hier erzählt werden, erinnerte ich mich an ein anderes Buch, das ich schon lange besitze: Ein Buch mit Anleitungen zum kreativen Schreiben. Unter anderem empfiehlt die Autorin alte Fotografien und Familiengeschichten zu sammeln und diese als Schreibanlass zu verwenden. Ist Ulla Hahn vielleicht ähnlich vorgegangen? Hat sie alle Geschichten aus Familien-und Freundeskreis gesammelt und in ihrem Buch verarbeitet? Denn darin ist alles versammelt: ein böser Grundschullehrer, ein böser Vater, ein verständnisvoller Lehrer, ein guter Pfarrer, ein sexuell gieriger Aushilfspfarrer, arme Leute, reiche Leute, erste sexuelle Erfahrungen mit der besten Schulfreundin usw., also die komplette Bandbreite von Erlebnissen speziell in den 50er Jahren.

Eva Maria Altenmöller ist jedenfalls in ihren Büchern:Herzensdinge, Seelenruhe und Gelassenheit mit Sicherheit so vorgegangen, dass sie alle möglichen Geschichten, die vorwiegend andere erlebt haben, so in dieser Trilogie erzählt, das man staunt, was sie da alles beschreibt,man denkt, sie hätte alles selbst erlebt und man wundert sich, wie beschaulich ihr Leben verläuft.

Dazu habe ich selbst eine interessante Geschichte, die ich mit diesen Büchern von Frau Altemöller erlebt habe:

Seit Jahren machte ich mit meinen Töchtern Urlaub auf einem kleinen Ponyhof in Bayern, ganz in der Nähe der wunderschönen, mittelalterlichen Stadt Rothenburg ob der Tauber. An Regentagen besuchten wir dann gern die Buchhandlung von Frau Altemöller in Rothenburg. Die Atmosphäre dort war märchenhaft: Immer war leise, angenehme, klassische Musik zu hören. Es gab kleine, gemütliche Ecken mit Sitzgelegenheiten, so dass man wirklich ungestört in den Büchern blättern und gut auswählen konnte. Dabei fand ich besonders anregend, dass die Inhaberin in viele Bücher ca. Din A 6 große, farbige Pappen gesteckt hatte. Darauf hatte sie handschriftlich eine Inhaltsangabe oder besondere Hinweise gegeben: “ dieses Buch müssen Sie unbedingt lesen, weil…“ und dann folgte ihre persönliche Empfehlung. Dadurch war es sehr angenehm und leicht in der grossen Auswahl etwas ansprechendes zu finden. In einem hinteren Teil des Ladens stand auf einer Art Empore ein riesiger antiker Schreibtisch. Der war rundherum mit Broschüren, Tageszeitungen, Rechnungen, Papieren aller Art so hoch aufgetürmt, dass man die Person, die dahinter sass, gar nicht mehr sehen konnte. Ob dieser Arbeitsberg je abzuarbeiten war? An einer Säule im Laden stand ein kleiner, runder Tisch mit zwei Korbstühlen. Auf dem Tisch eine Kaffeemaschine, Geschirr und immer! frisch gebackener Kuchen. Man durfte sich kostenlos bedienen! Es war ein Fest für alle Sinne sich in diesem Laden aufzuhalten und natürlich kauften wir dort gern ein, Bücher, Postkarten und sehr schöne Geschenkpapiere. Und Frau Altemöller besaß nicht nur diesen Laden, sondern noch zwei weitere in Rothenburg und zwei in Ansbach, die alle ähnlich schön gestaltet waren. Für uns war diese Läden ein Paradies! Dazu schrieb sie auch noch solch schöne Bücher, wie das über das kreative Schreiben ( dieses ist zudem mit wundervollen Illustrationen von ihr selbst ausgestattet) und die Serie „Herzensdinge“, mit Hinweisen, wie man selbst im Alltag Glück erleben kann. Ich war jahrelang total fasziniert von dieser Frau, die anscheinend alles konnte: Geschäfte führen, schreiben, ihren Rosengarten pflegen, Kekse backen mit ihren Kindern, zeichnen und dann noch genussvoll in Ruhe Tee trinken. Wie schaffte sie das alles bloß? Es war mir rätselhaft. Mir gelang es nie, so vieles in meinem Leben unterzubringen.

Dann lernte ich eines Tages auf dem Ponyhof eine Frau kennen, die in einer dieser Buchhandlungen angestellt war. Ich erzählte ihr von meiner Bewunderung für Frau Altemöller und fragte sie, wie das wohl alles so möglich sei. Die angestellte Buchhändlerin lächelte und sagte: alles Fiktion! Die Autorin hat weder Familie noch Garten, sie bäckt auch nicht, schreiben kann sie wohl, beim Führen der Geschäfte hat sie Hilfe…

Ich war dann doch sehr beruhigt und zufrieden, hatte ich doch schon gedacht, ich sei irgendwie als alleinerziehende,berufstätige Mutter irgendwie zu langsam oder zu schlecht organisiert, dass ich nicht alles schaffen konnte, was diese Dame zuwege brachte…

Frau Altemöller kann sehr gut schreiben und ihre Geschäfte sind wunderschön gestaltet, nach wie vor, inzwischen nicht mehr in Rothenburg sondern in Lindau. Und ich gehe gern dorthin und kaufe gern dort ein. Aber ich glaube nicht mehr alles, was ich von ihr lese. Und das beruhigt mich.

Leseratte und Bücherwurm, Oma, erzählst du uns von früher?

Leseratte und Bücherwurm 2

Neben den ganzen Büchern, von denen ich im Beitrag 1 berichtete ( einige besitze ich auch heute noch ),las ich sehr gerne auch die ganzen Comics meines 7 Jahre älteren Bruders, also Micky Maus, Donald Duck, Fix und Foxy, Lucky Luke, Asterix und Obelix, Superman und Batman und als Teenager besonders gern: Butler Parker , den fand ich viel cooler als James Bond.Dagegen interessierten mich die Westernhefte, die mein Vater immer las oder die Karl May Bände meines Bruders überhaupt nicht. Dann las ich lieber die Ratgeberhefte von Mamamit Kochrezepten Erziehungstipps und allerlei anderen nützlichen Dingen, wie Frisuren oder Basteltipps.Später abonnierte Mama das Reader`s Digest Heft, das verschlang ich immer, sobald es geliefert wurde. Den „Tierfreund“ durfte ich die ersten Jahre am Gymnasium abonnieren. Die Bravo dagegen war heißbegehrt, aber zuhause verboten, also versuchte ich sie bei Freundinnen zu ergattern. Jahrelang hatte ich die „Brigitte“ abonniert, las zusätzlich, wenn möglich, die „Freundin“ und die ganz besonders tolle „100 Ideen“, ab und zu den Spiegel oder die „Zeit“, die „Süddeutsche“, den „Stern.“Noch heute macht es mir z.B.überhaupt nichts aus, wenn ich in Wartezimmern längere Zeit warten muss. Ich überblicke dann zuerst, welche Zeitschriften ausliegen, suche mir die interessanten aus, lege eine innerliche Rangfolge fest. Dann lese ich das Inhaltsverzeichnis der Zeitschrift, die auf Platz 1 landete, lese die Artikel, die mich am meisten interessieren, nehme mir Zeitschrift Nummer 2 vor usw. Erst wenn die Favoriten abgearbeitet sind, blättere ich weiter. Manchmal ärgert es mich dann fast, wenn ich mit meiner Leserangfolge noch nicht durch bin und ich schon an die Reihe komme. Schlimm, wenn nur „Frau im Spiegel“o.ä.ausliegt. Dann überlege ich, ob ich vielleicht den Arzt wechsele…

Leseratte und Bücherwurm, Oma, erzählst du uns von früher?

Leseratte und Bücherwurm 1

Klingt ein bisschen negativ, eine gierige, listige Ratte und ein gefräßiger, schleimiger Wurm…Warum spricht man nicht von Lesefuchs oder Bücherhund? Ist der schlaue Fuchs schon schlau, ohne Bücher gelesen zu haben? Ein Hund, klug und gelehrig, auch ohne je gelesen zu haben? Warum lesen Ratte und Wurm? Wer weiß?

Ich war und bin auf jeden Fall eine sogenannte Leseratte, mit dem Begriff kann ich mich eher identifizieren als mit dem Bücherwurm, unter dem stelle ich mir eher so einen super gelehrigen jungen Mann vor, der viel (Fach-)Literatur liest und ein bisschen lebensunpraktisch ist.

Als ich klein war, ging unsere Mutter mit uns in die große Stadtbibliothek in Nürnberg und holte dort Bücher für uns und für sich. Es war ein riesiges, altes beeindruckendes Gebäude, mit unendlich vielen Räumen und schön begrünten Innenhöfen.

Eins der ersten Bücher, das wir dort holten, war :und die kleinen Ausgaben von Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf, die ich schon aufgrund ihres Formates liebte.

Natürlich hatten wir auch zuhause Bücher, den Struwelpeter und die Struppelliese, das Kaninchen Bimbambinchen und ein weiteres Lieblingsbuch von mir: Aber zur Bibliothek zu gehen und neuen Lesestoff zu holen, war einfach wunderbar. Nachdem wir nach Langwasser umgezogen waren und ich allmählich selbst lesen konnte, kam der Bücherbus der Stadtbibliothek wie gerufen. Er hielt vor der Grundschule an, und ich konnte mir dort selbst Bücher aussuchen. Als ich etwa 10 war, eröffnete das Gemeinschaftshaus Langwasser :und dort im Obergeschoss eine festeingerichtete, nagelneue Stadtbücherei, nur ca. 10 Gehminuten von meinem Zuhause entfernt. Ein Paradies!!! Sooft ich wollte, konnte ich dorthin gehen. Oben sieht man links im Bild, würfelförmige Regaltürme. Davon gab es in der Kinder-und Jugendbuchabteilung drei Stück. Im ersten gab es vorwiegend Märchenbücher, auch alle Folgen von Pünkelchen und Kasperle auf Reisen u.ä., im zweiten Turm alle Ottfried Preussler Bände, Erich Kästner, alles Bücher für 8-10 Jährige und im dritten Turm Bücher ab 12 Jahren. Dann zusätzlich eine lange Regalwand mit Büchern ab 14 Jahren.

Ich las mich systematisch durch alle Regalreihen und alle Bände .Oft nahm ich eine fahrbare Einkaufstasche meiner Mutter mit, um die Schätze nach Hause zu bringen. An der Theke der Bibliothek musste ich zunächst alle Bücher, samt Titel und Kürzel in mein kleines Heftchen eintragen, dann wurde der Abgabetermin eingestempelt.

Ich las alles von Astrid Lindgren, alles von Ottfried Preussler, von Michael Ende, alle Hanni und Nanni Bände, die ganze 5 Freunde Serie, Försters Pucki von Magda Trott, Nesthäkchen, Dolli Bände, nicht so gerne die Märchen, aber auch einige von diesen.

Ich hatte den Ehrgeiz mich Stück für Stück rund um alle Bücherregaltürme zu lesen. Meine Freundin Doris begleitete mich auch öfter und wir empfahlen uns gegenseitig Bücher oder lasen gleich noch die von der anderen ausgeliehenen Bücher mit. ( wir hatten zuhause auch kein Fernsehgerät). Später wechselte ich ganz stolz zum Jugendbuchregal und las alles von Berte Bratt und ähnliches.

Manchmal fürchtete ich, der Lesestoff könnte ausgehen… Aber ich wurde ja älter und durfte irgendwann auf die Seite der Erwachsenenliteratur wechseln. Und es gab ja immer noch die Zentralbibliothek in der Innenstadt…

So, das war jetzt der erste Teil zum Thema Lesen….Fortsetzung folgt…

Heimat, Nürnberg, Oma, erzählst du uns von früher?

Nürnberg 3…Heimat!?

Kürzlich war ich mal wieder auf Reisen, sass einige Stunden in der Bahn. Die Landschaft und kleine Orte flogen vorbei, in größeren Städten hielt der Zug, ich sah nur die Bahnsteige…Überall wohnen Menschen, haben ein Zuhause, eine Heimat. Ist Heimat da, wo man gerade wohnt? Oder da, wo man herkommt? Oder da, wo der oder die Liebsten wohnen? Laut Wikipedia ist Heimat ein Ort, in den man hineingeboren wird, in dem die frühesten Sozialisationen stattfinden… Der Heimatbegriff befindet sich in ständiger Diskussion.

Ich dachte an meine häufigen Umzüge, meine Heimat befindet sich sozusagen auch in ständiger Diskussion bzw.eben in einigen Ortswechseln. 1967 zog ich das erste Mal um, natürlich mit den Eltern.Von hiernach Nürnberg Langwasser in ein Reihenhaus:

dann als Studentin zu meinem Opa auf den Dachboden eines baugleichen Reihenhauses, ich zahlte wenig Miete, pflegte ihm dafür das Haus und den Garten. Etwa ein Jahr später zog ich zu Freunden aufs Land, nach Henfenfeld in ein altes Bauernhaus:Dort gab es Ölöfen und einen Kachelofen, der möglichst morgens um 6 schon mal gut angeschürt werden musste, wenn man es in Küche und Wohnzimmer warm haben wollte. Die Wohngemeinschaft vergrößerte sich, es kamen Kleinkinder dazu und so wurde ein weiterer Umzug nötig, diesmal nach Schwabach in ein Mehrfamilienhaus,das genug Platz bot für unserer größer werdende Lebensgemeinschaft ( zwei Familien und mehrere Singles).Dort lernte ich meinen ersten Mann kennen und zog mit ihm in die erste gemeinsame Wohnung, nach Nürnberg, in eine schöne Altbauwohnung direkt hinter die Burg. Ich konnte zu Fuß in die wunderbare Altstadt gehen, das war toll!

Als mein Mann sich beruflich veränderte zogen wir nach ein süßes kleines Städtchen, mit Schloß und Park. Wir wohnten zur Miete im Erdgeschoss dieses Hauses mit großem Garten:Einige Jahre später konnten wir ein eigenes Haus kaufen, nur eine Straße weiter, also wieder Kisten packen, Möbel ab-und wieder aufbauen.den Garten sieht man oben in meiner Kopfzeile des Blogs. Nach Scheidung, vielen Jahren berufstätig und alleinerziehend sein, lernte ich meinen jetzigen Mann kennen und zog zu ihm, in den Norden von Hannover.

sehr schön ist es hier. Ich genieße es!

Ganz schön oft umgezogen, alles ein-und ausgepackt, immer neu eingelebt, neue Nachbarn und Freunde kennengelernt. Ich bin ja flexibel und den Spruch, „einen alten Baum verpflanzt man nicht“, hielt ich immer für übertrieben. Jetzt nach so vielen Umzügen, verstehe ich ihn ein bisschen besser. Obwohl ich jetzt nicht das Gefühl habe, ich müsste nach Nürnberg zurück, weil dort meine Heimat ist. Dafür bin ich wiederum von dort schon zu lange weg. Ist Heimat überhaupt so wichtig? Mein Zuhause ist hier, bei dem, den ich liebe. Aber ist mein Zuhause auch meine Heimat? Oh, jetzt wird’s kompliziert…

Und noch was: Wenn ich ganz frei wählen könnte, würde ich direkt an den Bodensee ziehen. Mit Blick auf den See natürlich. Ist also dort meine Heimat, obwohl ich weder von dort komme noch je dort gelebt habe?

Jetzt werde ich mich in den Strandkorb meines Zuhauses setzen, das Geplätscher vom kleinen Froschbrunnen und den Sonnenschein im Garten genießen und weiter über Heimat, Zuhause nachdenken …Habt einen schönen Sonntag! Wie gehts euch mit dem Begriff „Heimat“? Ich freue mich über Kommentare…

Heimat, Nürnberg, Oma, erzählst du uns von früher?

Nürnberg 2…

Vor einiger Zeit übernachteten wir in dem Hotel links auf dem Bild, direkt am Hauptmarkt mit Blick auf den schönen Brunnen und die Türme der Sebalduskirche.der Blick aus dem Fenster auf der andere Seite sah so aus:und ein Detail :hier ist noch einmal die Frauenkirche. Um 12 Uhr mittags versammeln sich immer viele Touristen auf dem Marktplatz um das Männleinlaufen oben an der Frauenkirche zu beobachten. Und jedes Jahr am 1. Dezember steht da oben auf der Empore das Nürnberger Christkindle, das in einer feierlichen Rede den Christkindlesmarkt eröffnet. Macht mir immer noch Gänsehaut ….

die Burg …und das Dürer Haus.

Ich möchte bald mal wieder hin in meine schöne Heimatstadt.

Heimat, Nürnberg, Oma, erzählst du uns von früher?

Nürnberg…

hier bin ich aufgewachsen. In der Adelheidstrasse in Nürnberg. (Geboren wurde ich in der Klinik Hallerwiese in Nürnberg).den Stoff mit den rosa Katzen habe ich heute noch…hier stehen Mama und ich auf der Treppe vor dem Haus. Rechts davon war das Fenster unseres Kinderzimmers. Wir wohnten im Erdgeschoss, die Vermieter im 1. Stock und ganz oben unter dem Dach wohnten immer amerikanische Soldaten mit ihren Familien.hier sieht man mich in der Hofeinfahrt, die auch oben auf dem 1. Bild zu sehen ist. Im Hintergrund Papas Firmenwagen. Damals gab es noch nicht den gemauerten Torbogen und auch der Balkon, der im oberen Bild zu sehen ist, wurde erst viel später angefügt.

Im Sommer 1967 zogen wir von dort weg. Mama hatte immer vom eigenen Haus geträumt und es war ihr gelungen, ein Reihenhaus in Nürnberg – Langwasser zu kaufen.

und dort lebte ich bis 1980. Inzwischen ist das Haus über 50 Jahre alt, Haus und Garten müssen dringend renoviert werden.

In die Stadt war es ziemlich weit, mit Bus und Straßenbahn.Der Nürnberger Hauptbahnhof die Lorenzkirche in Nürnberg und das Heilig Geist Spital von der Museumsstücke aus fotografiert.